Die Strickerinnen der Elbvororte
EIN HYGGE KRIMI: DIE NEWCOMER SENSATION AUS DÄNEMARK

Die Strickerinnen der Elbvororte

Marina Timm · Roman

Ein harmloser Wochenendtrip nach Dänemark verwandelt sich in einen tödlichen Pakt. Vier Frauen beschließen zwischen Stricknadeln, Rotwein und Lebenskrisen, ihr Schicksal – und das anderer – selbst in die Hand zu nehmen. Als ihre Widersacherinnen nacheinander auf rätselhafte Weise ums Leben kommen, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Frauen und der Polizei.

„Ein schwarzhumoriger Blick hinter die sorgfältig polierten Fassaden der Gutverdienenden – mit psychologischem Tiefgang und einem Hauch nordischer Melancholie.“

Spezifikationen

ISBN
978-87-977330-0-4
Format
125 × 190 mm
Umfang
400 Seiten
Papier
70 g
Bindung
Softcover
Erscheinung
August 2026
Preis
€ 14,90

Rezensionen

Die Rezensionen erscheinen in der Originalsprache Deutsch.

Laut Beschreibung handelt es sich bei diesem Werk um eine „schwarzhumorige Gesellschaftssatire über First-World-Problems und Streben nach Perfektion…“. Oder anders zusammengefasst: Vier Frauen fahren für ein Wochenende nach Dänemark, um Familie, Beruf und Alltag zu entfliehen und um zu stricken. Dabei erzählen sie sich von ihren tiefgreifenden Sorgen und kommen auf die Idee, dass nur sie selbst sich effektiv und clever zu helfen wissen.

Was für eine Geschichte! Denn das, was ich hier erlebt habe, ist wahrhaftig Zauberkunst: ein Feuerwerk an Humor, Ironie, Sarkasmus, Wortgewandtheit, Cleverness, Spitzfindigkeiten, Subtilem und noch so vielem, was ich nicht in Worte fassen kann; eine nie enden wollende Welle an Wort- und Satzkreationen, die mich total umgehauen haben; eine Wundertüte an Kreativität, was man mit vier „Sorglos-Ladies“ und deren Luxusproblemen an unglaublich fantastischer Geschichte raushauen kann.

Ich bin wirklich geflasht, denn so viel Wortwitz, gleichbleibend, auf sehr hohem Niveau und wirklich zu keinem Moment abflachend, ist mir, glaube ich, noch nicht begegnet. Und das von der ersten bis zur letzten Seite. So Sätze wie „Gesa könnte sogar einer toten Fliege den Vorwurf machen, dass sie unsauber gestorben ist“ feiere ich. Denn in mir regt das meine übersprudelnde Denkfabrik an, die mir sofort tausend Bilder in den Kopf haut und mich auf eine eigene, kreative Gedankenwelle schickt.

Ein banaler Buchtitel, hinter dem sich eine oskarreife Story versteckt: herrlich erfrischend und hollywoodlike erzählt.

Somit ein Buch, das man gelesen haben muss! Vor allem in der heutigen Zeit, in der die menschliche Kreativität so sehr kaputtgebastelt wird.

— Martines Leseecke / Instagram

Vier Freundinnen, Ricarda, Steffi, Melanie und Doris, sind zu einem Strickwochenende nach Dänemark aufgebrochen und wollen es sich dort eigentlich nur gut gehen lassen. Weg von Familie, Verpflichtungen und dem normalen Alltag.

Bei hyggeliger Stimmung und einem Glas Rotwein bekommen sie eine merkwürdige Idee.

Was wäre, wenn man seine Probleme ganz einfach aus dem Weg räumen könnte.

Was als lustige Idee begann, passiert dann zurück in Hamburg.

Denn dort gibt es eine Reihe von rätselhaften Todesfällen, mit denen sich Kommissar Melf Martens und seine Kollegin Freia Fiedler beschäftigen müssen.

Dass die vier Freundinnen etwas damit zu tun haben könnten, dachte zunächst niemand.

Wir haben es hier mit einem Hygge-Krimi zu tun, der gespickt ist mit schwarzem Humor und sich mit Freundschaft und Gerechtigkeit beschäftigt.

Die Spannung kommt hier definitiv auch nicht zu kurz.

Es ist ein Krimi der besonderen Art, der mich sehr amüsiert hat, weil man so leicht Parallelen zum normalen Alltag ziehen kann und ich an der ein oder anderen Stelle das Gefühl hatte, dass ich mich dort selbst wieder gefunden habe.

Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, etwas oder jemanden aus dem Weg zu räumen, was oder wer Probleme verursacht?!

Ich denke, das hat jeder von uns schon einmal getan.

Manchmal braucht es eben nur gute Freundschaft, ein Glas Rotwein, Zimtschnecken und ein beruhigendes Hobby, um zur Lösung eines Problems zu kommen!

Wer Bücher mit Ironie und schwarzem Humor mag und Krimis liebt, der ist hier absolut richtig.

Mir hat dieser Hygge-Krimi gut gefallen und ich hatte eine unterhaltsame Lesezeit.

Ich kann für dieses Buch eine Leseempfehlung abgeben.

— carmen_red_lebt_und_liest / Instagram
Leseprobe – Buchinneres mit Textseite
Auszug

Leseprobe

„Terror am Morgen Freitag im Februar. 5 Uhr morgens. Klövensteenweg Der Wecker spielt eine digitale Melodie. Zu einer Uhrzeit, zu der nur wenige Arten von Menschen freiwillig wach sind: Bäcker, Notärzte, Diebe – und Steffi. Sie quält sich aus dem Bett, schlüpft in ihren Bademantel und wirft einen ersten, prüfenden Blick in den Spiegel ihres Schminktisches. „Ohje. Das also ist das Ergebnis von vier Stunden unruhigem Schlaf, nächtlichem Grübeln und latentem Nachbarschaftskonflikt. Heute braucht es eindeutig die doppelte Portion Make-up. Mindestens. Und für die roten Haare… Nun ja. Ein kleines Wunder. Oder eine Stunde extra“, denkt sich Steffi. Ihr Blick wandert zum Fenster. Die Vorhänge sind nur einen Spalt geöffnet. Viel zu viel Spalt. Misstrauisch tritt sie näher, späht hinaus. „Regt sich dort drüben schon Leben?" Sie zieht die schweren, blickdichten Gardinen mit chirurgischer Präzision zu. So. Endlich sicher. „Hoffentlich kommt bald der Raumausstatter“, denkt sie. „Nach langem Warten endlich elektrische Rollläden. An allen Fenstern. Freiheit hinter der eigens abgedunkelten Fassade. Überhaupt. Das ewige Warten auf die Handwerker erscheint einem immer wie eine Ewigkeit. Doch diesmal ist es besonders schlimm." Die letzten drei Monate hatten sich hingezogen wie Kaugummi. Immerhin: Der eilig bestellte Klempner war letztens erstaunlich schnell gewesen, als das Wasser im Keller bedrohlich hochstieg. „Gulliververstopfung nach Starkregen", hatte er gesagt. Doch dann dieses verdächtige Saunatuch. Steffi schnaubt leise. Noch immer sieht sie sein Gesicht vor sich, als er das völlig durchnässte, vollgesogene Handtuch aus dem Abfluss gezogen hatte. „Dieser Blick. So einer, der nichts sagt – aber alles denkt. ‚Das rutscht doch da nicht zufällig rein‘, hatte er zwar nicht gesagt. Aber eindeutig gemeint. Dabei war es wirklich ihr Saunatuch gewesen. Es hatte Tage zuvor ganz harmlos auf der Wäscheleine gehangen. Zufälle gibt es. Oder eben boshafte Nachbarinnen." Steffis Gedanken werden vom Geräusch des Wasserhahns im Bad unterbrochen. Sven ist wach. Natürlich. Sie geht zur Schlafzimmertür, bleibt stehen, dreht sich noch einmal um und kontrolliert ein letztes Mal die Vorhänge. Alles dicht. Erleichtert atmet sie aus und schlurft in die Küche. Die Jura läuft bereits. Der Kaffee fließt, die duftende Crema legt sich perfekt auf den dunklen Kaffee im edlen, weiß-blauen Royal-Copenhagen-Becher. Ordnung muss sein. Sven kommt pfeifend aus dem Bad. Frisch geduscht. Entspannt. In lässiger Freizeitkleidung. Er nippt im Stehen an seinem Kaffee, beugt sich zu seinen Turnschuhen und bindet sich zügig die Schleifen. „Heute habe ich OP-Tag. Ich ziehe mich in der Klinik um“, sagt er, als hätte sie gefragt. „An einem Freitag?“ Steffi hebt eine Augenbraue. „Sonst ist doch Donnerstag dein großer D-Day.“ Sven seufzt theatralisch. „Inzwischen sind es Dienstag, Donnerstag und Freitag. Die Gesellschaft wird nicht jünger. Und du weißt doch – früher oder später kommen sie alle zum Urologen.“ Er zuckt entschuldigend mit den Schultern. „Und sag bitte nicht D-Day. Ich weiß genau, dass du innerlich etwas ganz anderes daraus machst.“ Steffi lächelt unschuldig. „Ach komm, lass mir doch meinen Spaß. Ist doch nicht ganz falsch. Die armen Frauen. Nachdem du Hand angelegt hast, sind die Männer erstmal inkontinent – und mit der Standfestigkeit ist es auch nicht mehr weit her. Für sie ist und bleibt es eben der Dildo-Day.“ „Das liegt nicht an mir“, erwidert Sven, „sondern daran, dass sie einen bösartigen Tumor in der Prostata haben, der entfernt werden muss. Ich rette Leben, Steffi. Da könntest du ruhig ein bisschen mehr Mitgefühl zeigen." Sie zuckt nur mit den Schultern. Doch Sven lässt nicht locker. Er tritt näher, beugt sich zu ihr, streift mit den Lippen ihr Ohrläppchen und flüstert ihr mit süffisantem Unterton ins Ohr: „Die magische Zahl lautet übrigens 21. Laut einer Harvard-Studie haben Männer, die einundzwanzig Mal im Monat Sex haben, ein bis zu dreißig Prozent geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken – als Männer, die seltener zum Orgasmus kommen.“ Er richtet sich auf und lächelt sie herausfordernd an. Steffi starrt ihn an. „Und was bitte“, fragt sie betont langsam, „habe ich damit zu tun?" Doch Sven ist schon auf dem Sprung. Ein flüchtiger Kuss, ein letzter Schluck Kaffee. „Bin schon spät dran“, sagt er und wirft einen letzten Blick auf die Uhr, als könne er sie mit purem Willen um ein paar Minuten zurückdrehen. „Sven“, erinnert Steffi ihn und hebt warnend den Zeigefinger, „an diesem Wochenende können wir an deiner persönlichen Gesundheitsquote nicht arbeiten. Ich hoffe, du hast es nicht vergessen – ich fahre nachher mit den Strick-Club-Mädels nach Dänemark." „Keine Sorge, mein Schatz. Genau deshalb bin ich ja so in Eile.“ Er klingt dabei erstaunlich gut gelaunt für jemanden, der gleich mehrere Stunden mit fremden Vorsteherdrüsen verbringen wird. „Meine beiden heutigen Prostatektomien sollten jeweils nicht länger als zwei, maximal drei Stunden dauern. Um acht Uhr liegt schon der erste Patient glattrasiert auf meinem OP-Tisch." Steffi verzieht leicht das Gesicht. Frühstücksgespräche dieser Art waren eindeutig nicht der Grund gewesen, warum sie ihn geheiratet hatte. „Wenn die Kinder aus der Schule kommen“, fährt Sven unbeirrt fort, während er in seine Jacke schlüpft, „sind die Herren ihre Karzinome los – und ich längst wieder zu Hause.“ Er schnappt sich die Autoschlüssel, als müsse er sonst Gefahr laufen, doch noch sentimental zu werden. „Mach dir mit deinen Freundinnen ein schönes Wochenende. Ich kümmere mich um die Haustiere und unsere beiden Teenies." Ein Luftkuss fliegt quer durch die Küche, dann fällt die Haustür ins Schloss. Steffi bleibt einen Moment stehen, dann seufzt sie tief auf – dieses befreiende Seufzen, das nur entsteht, wenn man weiß: Jetzt bin ich erst mal allein. Sie lässt sich auf einen der Küchenstühle sinken, schließt beide Hände um den noch dampfenden Kaffeebecher und genießt für genau drei Sekunden die absolute Ruhe. Dann klingelt es. Nicht höflich. Nicht zögerlich. Sondern so, als hinge irgendwo draußen ein Notfallknopf. „Oh“, denkt Steffi leicht genervt, „Sven hat bestimmt etwas vergessen.“ Sie steht auf und geht in den Flur. Das Klingeln wird aggressiver. Labrador Nougat reißt sich aus seiner morgendlichen Tiefschlaf-Starre und bellt los, als hätten bewaffnete Einbrecher beschlossen, den Haushalt zu übernehmen. „Ja, doch, ich komme ja schon!“, ruft Steffi gereizt, während sie zur Tür eilt – ahnungslos, dass dieser Morgen gerade erst Anlauf nimmt.“
Symbolbild Autorin – Schreibtisch mit Notizbuch, Feder, Büchern und Teetasse
Autorinnenportrait

Marina Timm

Marina Timm, geboren in Kiel, lebt zwischen den Elbvororten und der dänischen Ostseeküste. Die deutsch-dänische Autorin schreibt psychologisch dichte, schwarzhumorige Romane. „Die Strickerinnen der Elbvororte“ ist ihre internationale Durchbruchssensation aus Dänemark.